„Radio AnTennenlohe“ auf Mittelwelle – 1476 kHz

Was ist eigentlich das Gegenteil von DXing? Das habe ich mich heute gefragt, als ich auf Mittelwelle einen Sender empfangen habe, der nur 15 Kilometer von meinem Standort entfernt ist.
Wie in diesem Bericht zu lesen ist, wird im Erlanger Stadtteil Tennenlohe ein Mittelwellensender auf 1476 kHz betrieben, der das Programm „Funklust – deine Campusmedien“  ausstrahlt. Die Sendeleistung ist gering, es wird mit 3 Watt gesendet. Die Antenne ist dafür umso größer, Zitat:

Die MW-Antenne ist eine 40 m lange Edelstahllitze, die vom 3. Stock des Institutsgebäudes von etwa 10 m Höhe in knapp 50 m Höhe schräg rüber zum Turm gezogen ist, also schon fast Lamda/4 lang. Als Gegengewicht dient das sehr üppige Blitzableiternetz am Dach.

Radio Antennenlohe

Bildquelle: https://www.radiomuseum.org/forumdata/upload/turm%5Fmit%5Fdraht%2Ejpg

Der Name AnTennenlohe steht wohl noch nicht endgültig fest. Ich finde das Wortspiel aus „Antennen“ und dem Namen des Stadtteils „Tennenlohe“ witzig und wäre dafür ihn beizubehalten.

Nachfolgend ein Video des Empfangs. Wer kann den Sender außer mir empfangen?
Über Kommentare würde ich mich freuen!

Die Elektronenröhre

Zu den wichtigsten Grundbauelementen der Funktechnik zählen neben den Widerständen, den Kondensatoren und den Spulen die Elektronenröhren sowie die Transistoren. In den funktechnischen Geräten werden die Elektronenröhren vor allem zur Erzeugung, Verstärkung und Gleichrichtung von Wechselströmen eingesetzt. Es wurden eine Vielzahl von Elektronenröhren konstruiert und gefertigt, wobei den Radiobastler heute vor allem die modernen Miniaturröhren interessieren.

Das System einer Elektronenröhre ist in einem luftleergepumpten Glaskolben untergebracht. Es besteht im Wesentlichen aus einer beheizten Katode, dem Steuergitter und der Anode. Bei Mehrelektrodenröhren wurden noch weitere Gitter hinzugefügt. Die Anode, die an einer positiven Spannung liegt, zieht aus der beheizten Katode austretende Elektronen an. Der dabei auftretende Elektronenstrom kann durch das Steuergitter beeinflusst werden. Je nach der Vorspannung des Steuergitters ist eine Regulierung des Elektronenstromes möglich. Nach dem Aufbau des Heizfaden-Katoden-Systems unterscheidet man zwischen indirekt und direkt geheizten Katoden. Bei der direkt geheizten Katode ist die die Elektronen emittierende Schicht direkt auf dem Heizfaden auf getragen. Da hierbei nur geringe Heizleistungen erforderlich sind, arbeiten vor allem Batterieröhren mit direkt
geheizten Katoden. Heizkreis und Katodenkreis sind galvanisch miteinander verbunden; es ergeben sich deshalb Schwierigkeiten bezüglich der Brummfreiheit. Da Batterieröhren aber meist aus Gleichstromquellen geheizt werden, spielt dieser Nachteil keine Rolle. Die am Wechselstromnetz betriebenen Elektronenröhren sind fast ausschließlich mit einer indirekt geheizten Katode ausgestattet. Dabei heizt der Heizfaden ein isoliertes Röhrchen, auf dem sich die Katodenschicht befindet. Der Heizkreis und der Katodenkreis sind dadurch galvanisch getrennt. Der Wärmeverlust macht bei den indirekt geheizten Katoden eine größere Heizleistung erforderlich, was aber bei Netzbetrieb keine allzu große Rolle spielt. Bild 1.9 zeigt die Schaltsymbole für die direkt und die indirekt geheizte Katode. Das Steuergitter ist als Drahtwendel in geringem Abstand um die Katode angeordnet, damit der Elektronenstrom das Steuergitter passieren kann. Die Anode liegt als Blechzylinder um das Steuergitter und schließt damit das Röhrensystem ab.

Die einfachste Elektronenröhre enthält nur eine geheizte Katode und eine Anode. Man bezeichnet sie als Diode oder Zweipolröhre. Durch das fehlende Steuergitter kann der Auftretende Elektronenstrom nicht gesteuert werden. Da er aber nur in einer Richtung zu fließen vermag, wird diese Zweipolröhre zur Gleichrichtung von Wechselströmen benutzt (Ventilwirkung !).

Dioden für größere Spannungen und Ströme sind Netzgleichrichterröhren, die mit 1 oder mit 2 Diodensystemen aufgebaut werden. Kleinere Dioden richten HF-Spannung gleich, z.B. bei der Demodulation in einem Empfänger. Bild 1.10 zeigt den Vorgang bei der Gleichrichtung einer Wechselspannung. Es wird nur jede 2. Halbwelle durchgelassen. Bei der Zweiweg-Gleichrichtung können infolge des Gegentakt-Aufbaus 2 Halbwellen die Röhren passieren. Der gleichgerichtete Strom muss noch durch Siebglieder geglättet werden, da durch die Gleichrichtung nur ein intermittierender Gleichstrom entsteht. Wird dem Diodensystem ein Steuergitter hinzugefügt, dann entsteht eine Triode oder Dreipolröhre. Jetzt ist eine Beeinflussung des auftretenden Elektronenstromes möglich. Liegt am Gitter eine negative Spannung, dann wird ein Teil der Elektronen nicht durchgelassen, der Elektronenstrom verringert sich also. Durch die Variation der Gittervorspannung kann man damit den Anodenstrom, der durch den Arbeits- bzw. Anodenwiderstand fließt, steuern. Diesen Vorgang veranschaulicht die Gitterspannungs-Anodenstrom-Kennlinie, wie sie in Bild 1.11 gezeigt wird. Bei einer verzerrungsfreien Verstärkung muss der Arbeitspunkt A in der Mitte des geradlinigen Teiles der Kennlinie liegen, z.B. bei Ua = 100 V und Ug= -3 V bzw. bei 150 V und Ug = -5 V (s.Bild 1.11).

Bild 1.11

Bild 1.11 Schaltung einer Triode mit negativer Gittervorspannung (links) und Gitterspannungs-Anodestrom-Kennlinie einer Triode (rechts); die Gittervorspannung ist negativ.

Für die Arbeitsweise einer Elektronenröhre sind mehrere Kenngrößen wichtig. Das ist einmal die Steilheit S. Sie wird definiert als Verhältnis der Anodenstromänderung zur Gittervorspannungsänderung bei einer konstanten Anodenspannung:

S= ΔIa / ΔUg bei Ua = konstant.S – Steilheit in mA/V,
ΔIa – Anodenstromänderung in mA,
ΔUg – Gittervorspannungsänderung in V,
Ua – Anodenspannung in V

Für Bild 1.11 ergibt sich: ΔUg = 7V – 5 V = 2V
und
ΔIa = 8 mA – 4 mA = 4 mA
S = 4 mA / 2 V = 2 mA/V

Eine andere Kenngröße ist der Durchgriff, defeniert als
D = ΔUg / Δ Ua * 100 bei Ia konstant;
D – Durchgriff in %.

Für Bild 1.11 gilt wieder
ΔUg = 7V – 5 V = 2V
und
ΔUa = Ua1 – Ua2 = 150 – 100 = 50V
D = 2V * 100 / 50V = 4%

Eine weitere Kenngröße ist der Innenwiderstand , der definiert wird zu
R1 = ΔUa / ΔIa bei Ug = kostant.

Entsprechend Bild 1.11 erhält man Ri
Ri = 50V / 4 mA = 50 V / 0,004 A = 12500 Ω = 12,5 kΩ

Die Barkausensche Formel besagt, dass das Produkt aller drei Kenngrößen gleich 1 ist:
S * D * Ri = 1.

Dadurch besteht die Möglichkeit, eine Kenngröße zu berechnen, wenn die beiden anderen bekannt sind:
2 mA / V * 0,04 * 12,5 V / mA = 1
0,008 * 12,5 = 1
1=1

Oft gibt man in Berechnungen an Stelle des Durchgriffs D die Verstärkung an:
µ = 1 / D = S * Ri.

Die Verstärkung der Triode ist klein, µ etwa von 17 bis 100. Außerdem hat die Triode den Nachteil, dass zwischen Steuergitter und Anode eine größere Kapazität auftritt, wodurch sie sich für die HF Verstärkung nicht gut eignet.

Durch das Einfügen eines weiteren Gitters zwischen Steuergitter und Anode kann man diese Nachteile beseitigen. Dieses Gitter, als Schirmgitter bezeichnet, liegt an einer positiven Spannung und schirmt Steuergitter und Katode gegen die Anode ab. Das Resultat ist eine wesentlich kleinere Steuergitter-Anoden-Kapazität und eine sehr große Verstärkung (µ bis l000). Man bezeichnet diese Röhre als Tetrode. Da bei der Tetrode Sekundärelektronen vorhanden sind, die aus der Anode beim Aufprall der Elektronen heraustreten, fügt man zwischen Schirmgitter und Anode das Bremsgitter ein, das auf Katodenpotential gelegt wird. Diese Röhre bezeichnet man als Pentode. Sie besteht demnach aus der geheizten Katode, der Anode und den 3 Gittern. Die Pentode kann für alle Verstärkungsaufgaben im Niederfrequenzgebiet und im Hochfrequenzgebiet eingesetzt werden. Für spezielle Aufgaben benötigt man Elektronenröhren mit noch mehr Gittern. Das ist vor allem die Heptode (Siebenpolröhre), die als Mischröhre im Superhetempfänger verwendet wird. Gegenüber der Pentode hat sie ein 2. Steuergitter und ein 2. Schirmgitter. Die beiden zu mischenden Frequenzen werden an je 1 Steuergitter geführt, und im Anodenkreis erhält man dann die Mischfrequenz. Bild 1.12 zeigt die Schaltsymbole einiger Elektronenröhren.

Bild 1.12

Bild 1.12 Schaltsymbole der Tetrode (a), der Penthode (b), der Heptode (c)

Eine weitere spezielle Röhre ist die Abstimmanzeigeröhre (magisches Auge), die als Sendereinstellindikator bei Superhetempfängern, als Anzeigeindikator bei NF-Anlagen oder bei Meßgeräten arbeitet. Als Mehrfachröhren bezeichnet man solche Elektronenröhren, die mehrere Röhrensysteme in einem gemeinsamen Rörenglaskolben enthalten.

Quelle:
Das große Radiobastelbuch von Karl-Heinz Schubert, 1980;
(c) Militärverlag, Berlin, 2019

Radiwow R-108 im Test – günstiger und kleiner Weltempfänger

Da ich sehr gern weit entfernte Sender auf Kurzwelle höre, war ich sehr gespannt auf diesen kostengünstigen Weltempfänger.
Bei Amazon kostet er im Moment 49,98 .Ich habe ihn mit einem bekannten Modell (Tecsun PL-660) verglichen, welches etwa zwei bis drei Mal so teuer ist.

Verpackung und Lieferumfang

Zuerst zum Lieferumfang: Die Verpackung macht nicht den edelsten Eindruck, jedoch kommt es in zwei ineinander verpackten Kartons, was ich als sehr guten Transportschutz einschätze.

Im Lieferumfang sind enthalten:
– Das Radio
– Ein Akku (Lithium), der einem Handyakku ähnelt
– Ein kurzes USB-Kabel (ohne Netzteil) zum aufladen
– Eine Wurfantenne für UKW und Kurzwelle
– Eine kleine englischsprachige Anleitung mit 23 Seiten

Auspacken

Die Abmessungen kannte ich schon: 13 cm x 7,5 cm x 3 cm, es wiegt nur 222 Gramm, jedoch war ich trotzdem erstaunt, dass es so klein und leicht war, als ich es zum ersten Mal in den Händen hielt. Die Verarbeitung des Radios macht einen guten Eindruck.

Beim Auspacken ist mir direkt aufgefallen, dass kein Netzteil im Lieferumfang enthalten war. Man sollte sich ein USB Netzteil dazu kaufen oder eins von einem alten Handy verwenden. Das mitgelieferte USB-Ladekabel ist mit ca. 40cm auch recht kurz.
Zum Glück war der Akku halb geladen, so dass ich das Radio direkt testen konnte.

Sehr empfangsstark auf UKW

Die große Überraschung erlebte ich direkt nach dem Einschalten. Ich habe einen Sender auf UKW aus dem benachbarten Bundesland empfangen, den ich an meinem Wohnort noch nie mit anderen Geräten empfangen konnte. Der Sender war über längere Zeit sehr klar zu empfangen. Da mich das UKW Band so überrascht hatte, bin ich noch ein bisschen auf UKW geblieben. Das R-108 zeigte sich weiterhin sehr empfangsstak auf UKW. Es empfängt Sender klar und deutlich wo andere Radios den Sender nur schwach oder gar nicht erahnen lassen. Das Gerät empfängt auf UKW so viele Sender, da wäre RDS nicht schlecht gewesen 🙂

 

Man kann den Frequenzbereich auf UKW umschalten auf das japanische oder russische Band, die bereits bei 76 Mhz bzw. 64 Mhz beginnen (Gesetzliche Bestimmungen beachten!)

Nachfolgend vergleiche ich die empfangenen Sender auf dem Radiwow R-108 und dem Tecsun PL-660 im Raum Nürnberg. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass das Tecsun nicht für guten UKW Empfang bekannt ist.

Radiwow-R-108-UKW-Empfangsvergleich

Mittelwelle

Die Empfangsleistung auf Mittelwelle ist mit der vom Tecsun PL-660 vergleichbar. Leider kann man für Mittelwelle keine externe Antenne anschließen.

Kurzwelle

Auf Kurzwelle ist das Gerät leider nicht so empfangsstark, hier verliert es gegen das Tecsun PL606, für den geringen Preis kann man aber auch nicht die gleiche Leistung erwarten.

Langwelle

Unter Langwelle habe ich leider keinen Sender empfangen können, das liegt aber sicher nicht am Gerät sondern an fehlenden Sendern.
Achtung: Langwelle muss erst einmalig in den Geräteeinstellungen aktiviert werden.

Flugfunk

Man kann mit dem Radiwow R 108 auch Flugfunk empfangen, das habe ich nicht probiert.

Handling

Ich möchte gern ein paar Worte zum Handlig verlieren. Der Drehknopf für die Senderwahl rastet stark ein, so dass man zum „durchkurbeln“ immer Daumen und Zeigefinger benötigt. Gut gefällt mir, dass man den Knopf auch reindrücken kann, damit schaltet man zwischen schneller und langsamer Sendersuche um. Mit dem Sendersuchknopf kann man auch die Rauschsperre einstellen. Eine Rauschsperre ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.
Der Lautstärkeregler erinnert etwas an einen Walkman aus den 90’ern, diesen kann man leider nicht so gut bedienen.

Klang

Der Klang des Radios ist für die geringe Größe voll ok. Man kann zwischen den voreingestellten Modi Musik oder Sprache umstellen.

Zusatzfunktion

Ganz witzig finde ich, dass das Gerät die Temperatur anzeigen kann. Man muss sich aber im Display zwischen Temperatur, Uhrzeit oder Empfangsstärke entscheiden.

Mit dem Gerät kann man sich auch wecken lassen und 500 Sender speichern. Beide Funktionen sind standard, diese nutze ich eigelich nie bei solchen Radios.

Kaufempfehlung wegen dem überragenden UKW-Empfang

Ich vergebe für das Gerät 5 Sterne weil es einen überragenden UKW Empfang und viele Funktionen hat. Um mal in Kurz- Mittel- und Langwelle reinzuhören ist es sicher auch ausreichend. Wer auf regelmäßig auf Wellenjagd auf Kurzwelle gehen möchte sollte solch lieber ein bisschen mehr Geld ausgeben. Dann kann man zum Beispiel auch mal ins Seitenband reinhören. Das Radiwow R-108 ist eine gute Ergänzung im UKW Bereich zum Tecsun PL-660.

Noch ein Tipp zum Akku: Man kann das Radio auch ohne Akku betreiben, in dem man nur das Netzteil anschließt, das schont eventuell den Akku.

Radiwow-R-108-Spezifikationen

QSL from KBS World Radio

Frequency: 3955 kHz
SINPO: 32332
Date: 10/22/2018
Time: 20:15 UTC – 20:45 UTC
Program:
• Program outlook in German
• Music: チェ・ベクホ 全集 2 チェ・ベクホ
• German Report about stars for restaurants
• German report about sport
• News in German
• Altagskoreanisch (learning Korean language)

Receiver: TECSUN PL-660
Antenna: 6 meter long wire

QSL contact: english@kbs.co.kr; german@kbs.co.kr