Zerlegen und säubern des Jena 5020

Wie im letzten Blogpost beschreiben, möchte ich das Jena 5020 komplett überholen und im Alltag als Küchenradio einsetzen.

wp_20171101_16_41_09_rich.jpg

Das Radio gibt keinen Ton mehr von sich. In diesem verdreckten Zustand möchte ich es jedoch nicht reparieren. Ich werde es zuerst komplett zerlegen und alles reinigen.

Es geht los: Rückwand ab, Chassis raus und Schallwand abschrauben.
Beim Auseinanderbauen ist es sinnvoll, sich neben einem Schraubenzieher auch gleich einen Staubsauger bereitzustellen, so kann man groben Schmutz gleich wegsaugen.

Da der Stoff der Schallwand nicht mehr zu retten, bzw. zu säubern war, habe ich ihn komplett entfernt. Nach dem Entfernen des Stoffs habe ich auch den Übertrager, das magische Auge und den Lautsprecher demontiert.

So konnte ich die Schallwand komplett abschleifen, um die 55 Jahe alten Klebstoffreste an allen Stellen zu entfernen. Jede Leitung, die ich abgelötet habe, habe ich mit einer Nummer versehen, damit ich sie später wieder an die richtige Stelle anlöten kann.

Der verschmorte Widerstand am Übertrager hat erstaunlicherweise noch exakt 1 K Ohm. Ich werde ihn trotzdem gegen einen Neuen austauschen. Der Lautsprecher ist  – abgesehen von etwas Mottenfraß am Filz – noch wie neu.

Das Ausbauen der Skalenscheibe war etwas aufwändiger, denn die Madenschrauben der Kunststoffknöpfe waren festgerostet. Ich musste sie mit einem Dremel ausfräsen.
Ein Knopf ließ sich nicht abziehen, denn die Achse war verrostet. Hier hat es geholfen, den Kunststoffknopf mit einem Fön zu erwärmen und mit etwas WD40 nachzuhelfen.

Wie schon von vorn erkennbar war, hat der Lack auf der Skalenscheibe die letzten Jahrzehnte nicht gut überstanden und blätterte ab. Nach dem Ausbauen der Scheibe hat ein Luftzug ausgereicht, um die Farbe weiter abzulösen. Wie ich mit der Skalenscheibe weiter verfahre, weiß ich noch nicht. Ich werde aber später noch darüber bloggen.

wp_20171105_12_32_17_rich.jpg

Hinter der Skala war ein Blatt Papier (!) angebracht, was für sein Alter noch erstaunlich gut aussah. Ich werde dieses Blatt Papier später gegen eine weiße Plastikfolie ersetzen.

wp_20171105_16_13_58_pro.jpg

Unter einer dicken Staubschicht habe ich diesen kleinen Zettel gefunden:

wp_20171106_20_13_59_pro.jpg

Das Radio wurde also am 5. Februar 1962 gebaut.

Weiter werde ich das Chassis erst einmal nicht auseinander bauen. So kann man es ganz gut putzen:

WP_20171106_20_20_17_Pro

WP_20171106_20_21_09_Pro

Dies ist der Sockel der EM84. Entweder ist sie sehr heiß geworden, oder der Sockel wurde irgendwann mit einem sehr heißen Lötkolben gewechselt:

WP_20171106_20_21_36_Pro

Hier alle Röhren des Gerätes:

WP_20171105_14_51_07_Pro

ECC85, EL84, EABC80, EBF89, EM84, EZ80, ECH81

Geputzt habe ich das Chassis und die Trafoeinheit mit Isopropanol, Küchenpapier, einem Pinsel und Wattestäbchen. Die Mechanik war komplett verharzt und ließ sich kaum noch bewegen. Mit WD40 konnte ich das verharzte Fett bzw. Öl wieder lösen bzw. „wegwaschen“. Zum Schmieren ist WD40 nicht geeignet, hier habe ich mit Fluid Film Spray gute Erfahrungen gemacht. Es schmiert langfristig und verharzt nicht.

WP_20171106_23_19_57_Pro

Leider musste ich feststellen, dass der UKW-Tuner ein mechanisches Problem hatte, darüber werde ich später bloggen.

Zum Abschluss noch ein Bild vor dem Putzen und ein Bild nach dem Putzen:

WP_20171106_20_23_35_Pro

WP_20171106_21_20_00_Pro

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s